<<  zurück

Einfachheit kann manchmal nur durch komplexe Prozesse erreicht werden__der Zuschnitt von Naturstein in grossen Abmessungen oder Bretter, die über die gesamte Breite des Stammes reichen. Wir verwenden Material regional und nah an seinem ursprünglich gewachsenen Zustand__bei Bohlen oder Stämmen kennen wir meistens den Herkunftsort oder wissen in welchem Sägewerk der Baum eingeschnitten wurde. In horizontalen Flächen fixieren wir manchmal die natürlichen Risse mit Holzverbindungen__ die freie Baumkante eines Brettes bleibt dann zum Beispiel bei Tischen erhalten. Wir mögen grosse Stücke, den Eindruck von Fugenlosigkeit.

Gleichzeitig arbeiten wir auch mit anderen Materialien, wie transluzentem Kunststoff, Glas, Papier oder recycletem Altholz. Einfachheit bedeutet also nicht Beschränkung auf traditionelle Materialien oder Konstruktionsmethoden. Sie kann ebenso durch gewagte Experimente und die Verwendung von neuem Material und neuer Technologie entstehen, ohne die Balance von Proportion, Licht und Geometrie aufzugeben.

Die Form soll die individuelle Hand erkennen lassen und nicht nur die perfekten Spuren von Maschinenarbeit. Es dauert seine Zeit ehe man große Maschinen so benutzen kann, als hätte man nur ein kleines Stemmeisen in der Hand. Die Holzoberflächen sind meist geölt, manchmal werden Farb-Pigmente hinzugefügt__wenn es die Verwendung zulässt, bleibt das Material unbehandelt.

Wie Dinge zusammenhalten ist ziemlich erstaunlich. Es ist immer noch seltsam für den Menschen zu verstehen, wie Moleküle funktionieren und Zellen sich teilen ohne die Verbindung untereinander zu verlieren.

Die Räume und Gegenstände, die wir bauen, entstehen aus dem Zusammenwirken von Material, Idee, Arm, Hand und Werkzeug__ein eigenständiger Mechanismus, der durch eine bestimmte gestalterische Sicht und Erfahrung in Gang gesetzt wird.

Die Harmonie von Material und Raum liegt schließlich im Bereich des Unsichtbaren__dann ist jedes Ding genau das was es ist. Nicht mehr und nicht weniger.