
Wir untersuchen den Vorschlag von realen Dingen, den Vorschlag von realen
Dingen im Raum und den Vorschlag von Raum.
Gezeichnet wird am Anfang wenig. Aber wenn wir entwerfen, haben wir ein
präzises Bild vor Augen und eine recht genaue Vorstellung davon,
wie ein Raum angelegt sein soll__schnelle Strukturzeichnungen, die ausdrücken,
das soll es sein und dieses nicht.
Eine Momentaufnahme der Bestandteile, die wir vorfinden und wie die Dinge
zusammenfließen__Boden, Wände, Decken und die funktionalen
Elemente.
Auf einem weißen Stück Papier geht es zunächst mehr um
die Verbindung zwischen den Dingen, als um die Dinge selbst.
Der Entwurf liegt dabei zu einem weiten Teil im Bereich der Intuition__vielleicht
ähnlich wie bei den Inuit des Aklavik-Stammes in Alaska, wo die Männer zuverlässige Karten von kleinen Inseln zeichnen, indem sie auf den
Einbruch der Dunkelheit warten und dann die Karte zeichnen, indem sie
dem Geräusch der Wellen folgen, die gegen das Ufer schlagen.
Wir finden wiederkehrende Achsen und Ebenen, Strukturen und Licht. Die
Proportionen eines Raumes sind dann die sichtbar gemachte Idee.
Natürliches Licht spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Es ist
mehr als erstaunlich die ständig wechselnde Reflektion von Licht
auf einer schlicht verputzten Wand oder einem rohen Eichenbrett zu sehen__das sind einfache Botschaften
in Form und Anmutung, aber mit einer tiefen Bedeutung für unser Bewußtsein.
Wissen was man fragen muss: alles was wir tun, ist diese Fragen stellen
und die gefundene Vision in tatsächliches Material übertragen,
das konstant für unsere Arbeit ist__Holz, Stein, Glas und Metall. Das Ergebnis soll das
ultimative Objekt sein: einfach und schlicht.
Zum Ende seines Lebens sagte der Maler Mark Rothko diesbezüglich,
er hoffe, dass seine Bilder schließlich an den Stoff von Zelten
erinnern__und wenn wir dies übertragen, kann man den beschriebenen
Prozess als die Freiheit bezeichen, sich entlang der eigenen leeren Wände
ungehindert zu bewegen, während wir draußen vor der Tür
von den Forderungen des Konsums bombardiert werden.
Leere bedeutet dann die Klarheit der Dinge mit denen wir leben wollen.
Nachdem wir alles Überflüssige weggelassen haben, fügen
wir nur das hinzu was fehlt.
Diese Art der Reduktion ist nicht das Gegenteil von Freude, sondern anregend.
Jedes aufgehobene Ding muss sich kontinuierlich bewähren__jedes unnütze
Ding, das hinausgeworfen wird, ist ein Gewinn.
Egal wie erfinderisch wir sind, wir sollten nicht vergessen, dass alle
Kunst nur eine Abstraktion des Realen ist.
Das bindende Element zwischen Kunst und Leben ist die zusammenhaltende
Kraft unserer eigenen Persönlichkeit. Diese Kraft ist unbeschreiblich.
Man muss sie erleben, um sie verstehen zu können.
Die Form folgt nicht nur der Funktion, die Form folgt der Vision. Die
Vision folgt der Wirklichkeit.
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